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Daily Telegraph berichtet von Einigung der EU-Kommission

Smartphone-Nutzung im Ausland: EU schafft Roamingkosten 2014 ab


0 Beitrag vom 18. Juni 2013, 17:27 Uhr   
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Roamingkosten ade? Die Handynutzung im Ausland wird günstiger als gedacht, denn ab 2014 fallen die Roaminggebühren, also Kosten, die Mobilfunkbetreiber für die Nutzung ausländischer Netze erheben, per EU-Beschluss, der nur noch Formsache zu sein scheint, weg. Was das für den Mobilfunkmarkt und für den Verbraucher, der sein Smartphone im Ausland nutzt, konkret bedeutet, lest ihr im Artikel.

Einem Bericht des britischen »Daily Telegraph« zufolge ist die Abschaffung der Roaminggebühren innerhalb der EU in trockenen Tüchern. Die 27-köpfige Brüsseler Kommission votierte dafür, künftig ohne zusätzliche Kosten unbeschwert im Ausland telefonieren, simsen und surfen zu können, und folgte damit der Empfehlung der EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes. Wird nun die Handynutzung im Ausland günstiger?

ROAMING-NEWS Roaming-Tarife & Angebote

Hintergrund: Keine Roaminggebühren mehr im Ausland

Die Niederländerin trat in ihrer Grundsatz-Rede Ende Mai 2013 rigoros an ihre Kollegen heran und forderte vehement den Wegfall der Roamingkosten für die mobile Nutzung im Ausland:

»Ich möchte, dass Sie zu Ihren Wählerinnen und Wählern zu Hause sagen können, dass Sie die Roaminggebühren abschaffen konnten.«

Die EU-Komissarin sieht in den Durchleitungskosten eine digitale Barriere, deren Wegfall Mobilität und Kultur fördern werde. Nun scheinen ihr die EU-Kollegen in dieser Frage recht zu geben.

Roamingkosten-Wegfall schon ab 01.07.2014?

Die Neuregelung solle dem Telegraph-Bericht nach bereits ab dem 01.07.2014 in Kraft treten, wobei Details zur Neureglementierung in den nächsten Wochen durch die EU-Kommission vorgestellt werden. Verkompliziert wird das Vorhaben dadurch, dass nur wenige Mobilfunkanbieter EU-weit omnipräsent sind und es damit bspw. für heimische Mobilfunk-Discounter problematisch werden kann. Immerhin hat die EU-Kommission diese strukturelle Uneinheitlichkeit eines fragmentierten Marktes auf dem Zettel:

»There are around 100 operators in Europe and only 4 in the US,” the source said. “That’s not sustainable if we’re going to have a single market and investment. Europe has less 4G mobile broadband than Africa at the moment.«

Das klingt erst einmal stark nach Konsolidierung des Marktes und spielt aus meiner Sicht vor allem den großen Mobilfunkanbietern in die Karten, die in mehreren Ländern aktiv sind. Während sich die EU besser aufgestellte Mobilfunkunternehmen, die in die mobile Telekommunikations-Infrastruktur investieren sollen, erhofft, könnten Verbraucher aber auch schnell die Kehrseite der Medaille kennenlernen.

Ende der Roamingkosten: Zahlt der Verbraucher drauf?

Es klingt zwar paradox, aber trotz des Wegfalls der Roamingkosten könnte am Ende der Verbraucher das Nachsehen haben. Denn wenn sich der Markt in der Folge stark auf wenige Anbieter konzentriert und diese die Preise künftig stabil halten, wird die Dynamik des Mobilfunkmarktes mit immer leistungsfähigeren und zugleich kostengünstigeren Tarifen abgefedert, der Wettbewerb gebremst.

Denn denkt man an die heimischen Märkte, so sind es ja vor allem die Mobilfunk-Discounter, die Preisentwicklungen beschleunigen. So begründete im April 2012 die neue E-Plus-Discountmarke Yourfone die jüngste Allnet-Flatrate-Ära unter 20 €, und auch im Prepaid-Segment bietet der Drillisch-Discounter helloMobil mit 6 Cent pro Min. und SMS den aktuell preiswertesten Mobilfunk-Prepaid-Tarif, so, wie das gesamte Prepaid-Preisniveau nur durch den Wettbewerb von über 50 Anbietern Jahr für Jahr immer verbraucherfreundlicher wurde (seit dem Eintritt von Tchibo mobil).

Sollten durch die Konsolidierung der Mobilfunkprovider infolge der Umsetzung der neuen EU-Gesetzgebung Discountangebote künftig wegfallen, wäre das sicherlich kein Erfolg auf ganzer Linie, so wie angedacht.


Einschätzung & Fazit
Meine Meinung: Nicht der Beschluss allein, sondern die Umsetzung dürfte sich als spannend erweisen. Auf den ersten Blick führen die Forderungen zu einem Konzentrationsprozess der großen Mobilfunkkonzerne mit globalen Strategien, der nationale Anbieter ins Grübeln kommen lässt. Allerdings dürfte sich das auf den Binnenmarkt eher positiv auswirken, denn wenn Mobilfunk-Discounter bald im Ausland keine adäquaten Tarife vorweisen können, werden sie mit umso besseren Inlandskonditionen um ihre Nutzerschaft buhlen müssen. Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob sich die EU-Kommission der Fallstricke ihrer Entscheidung bewusst sind. Ich bin auf die Lösung gespannt.

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Autor dieses Beitrags: Redakteur Daniel

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1 Kommentar

  1. Quelle: Roaming ab 01.07.2013 wird günstiger: Neue EU-Preisobergrenzen

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